Die springende SekundeDie exakt springende (Zentral)-Sekundenanzeige bei mechanischen Uhrwerken wurde in den späten 1950er Jahren - vermutlich aus Anforderung für sog. "Doctors watches" erfunden. Die Visualisierung des Verlaufs der einzelnen Sekunden ist dabei ungleich besser als bei den klassischen "schleichenden" Zentralsekundenanzeigen - vor allem wenn man sich gleichzeitig auf das Zählen von Takten wie dem menschlichen Puls konzentriert. Obwohl die Funktion der springenden Sekunde denkbar einfach ist, ist in Hinblick auf den Lebenszyklus einer hochwertigen Armbanduhr Zuverlässigkeit gefragt. Eine kleine Feder wird durch das Räderwerk ständig vorgespannt und kann sich - je nach Schwingungszahl der Unruh zu jeder 6. (21.600A/h) oder 8. Auslösung (28.800A/h) des Ankerrades (= 1 Sekunde) mit einem Schlag entspannen. Dabei wird das Sekundenrad (auf dem der Sekundenzeiger sitzt) praktisch um eine Teilung "mitgerissen". Die Zeitspanne des Sprungs beträgt dabei nur wenige Hundertstel Sekunden - ein Grund warum der Bewegungsablauf ungleich präziser erscheint als bei jeder elektronisch gesteuerten Uhr. Größter und bekanntester Hersteller von Uhrwerken mit springender Sekunde war die nach dem Ort des Firmensitzes benannte Manufaktur Chézard mit Ihren Kalibern 115/116 sowie dem späteren, vereinfachten, 7400. Mitglied in der Ebauches SA ab 1937 wurde die Produktion 1969 geschlossen. Eine limitierte Stückzahl an fabrikfrischen Werken des Kalibers 116 stand Habring² zur Realisierung der Springenden Sekunde 2005 zur Verfügung. Durch den überaschend großen Erfolg dieses Modells und der steigenden Nachfrage nach dieser "einfachen Komplikation" stand ebendiese ganz oben auf dem Lastenheft bei der Entwicklung des "eigenen" Automatikwerks A07 das auf der Baselworld 2007 debütierte und zwischenzeitlich mit verschiedenen zusätzlichen Funktionen erhältlich ist. Zum Automatikwerk A07 mit Springender Sekunde und Großdatum gesellt sich im Laufe des Sommers 2008 wieder die puristische Handaufzugsvariante mit lediglich 3 Zeigern aus dem Zentrum des Zifferblatts. Das intern A07M genannte Kaliber ersetzt dabei das nicht mehr verfügbare Chezard 116. Habring² ist mit ihren Kalibern A07 und A07M aktuell weltweit die einzige Manufaktur die ein intern selbst entwickeltes und aktuell produziertes Uhrwerk mit springender Sekunde als "einfache Komplikation" anbietet. |






